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Keine Kommunikation ohne „Lob“ – Täuschung als Entwicklungsmöglichkeit

Manchmal starten Kommunikationsangebote (z.B. Ein-/Vorladung von Eltern) mit einem schlechten Gefühl aller Beteiligten:

Der/Die LehrerIn fürchtet die Reaktion der Eltern auf seine/ihre Botschaften,

die Eltern fürchten die Botschaften des /der Lehrers /Lehrerin (was sagen diese über sie und ihr Kind aus?),

die SchülerInnen fürchten die persönlichen Konsequenzen (durch LehrerIn und Eltern).

Alle Beteiligten ahnen/wissen, dass es im Gespräch über Defizite, Versäumnisse und Schwächen gehen wird – das macht bereits im Vorhinein Stress, der meistens in das Gespräch mitgenommen wird – als „schlechtes Gewissen“, als Selbst- oder Fremdaggression, als ...

Selten bringen derart geführte Gespräche einen nachhaltigen Erfolg für alle Beteiligten, in dem sie motiviert (oft einseitig) gesetzte Ziele anstreben und erreichen können.
Ich möchte Sie hier zu einer Veränderung des Kommunikationsangebotes und der Gesprächsführung einladen:

Hier ein mögliches Schema

Sammeln Sie alle Beteiligten und ihre (bisherige) Rolle im Konflikt.

  1. Finden Sie für alle Beteiligten einen positiven Gedanken; etwas, das ihre Wertschätzung, ihr „Lob“ wert ist.
  2. Ist Ihnen das nicht möglich, machen Sie eine Pause und nehmen Sie die Herausforderung danach erneut auf – gehen Sie nicht weiter, so lange Sie nicht für alle Beteiligten etwas „Lobenswertes“ gefunden haben.
  3. Konkretisieren Sie für sich den Anlassfall, der zu dem angebotenen (geforderten) Gespräch geführt hat – was ist dabei Ihr Anliegen?
  4. Konkretisieren Sie für sich den Anlassfall, der zu dem angebotenen (geforderten) Gespräch geführt hat – was ist dabei das Anliegen der anderen Beteiligten?
  5. Lässt sich daraus ein gemeinsames Ziel entwickeln?
  6. Formulieren Sie dieses (IHR) Ziel als Vorschlag an die anderen Beteiligten.
  7. Überlegen Sie den Nutzen, den ALLE Beteiligten durch dieses Ziel haben könnten.
  8. Hat IHR Ziel keinen Nutzen für alle, formulieren Sie es so lange neu, bis ein Nutzen für alle Beteiligten darin enthalten ist.
  9. Überlegen Sie konkrete Schritte die helfen, dieses Ziel zu erreichen.
  10. Worin liegen die Stärken und Schwächen aller Beteiligten (auch die Ihren), die Relevanz für die Lösung haben?
  11. Verteilen Sie die Verantwortung bei der Umsetzung dieser Schritte – wer trägt wofür dabei welche Verantwortung?
  12. Gehen Sie das bisher Erarbeitete nochmals in den verschiedenen Rollen (der anderen Beteiligten) durch – entspricht das von Ihnen Formulierte den Wünschen und Fähigkeiten der anderen? – Falls nicht, bitte nochmals korrigieren.
  13. Formulieren Sie die Ladung als Einladung mit einem „positiven Betreff“. Das gibt den Gesprächspartnern die Möglichkeit sich zu orientieren und auf das Gespräch vorzubereiten.
  14. Am Beginn des Gesprächs formulieren Sie nochmals das „positive“ Ziel der Zusammenkunft.
  15. Loben Sie (bevor Sie über das Problem sprechen) alle Beteiligten (SchülerIn und Eltern) – falls Sie hier jetzt innerlichen Probleme bekommen, gehen Sie in der Vorbereitung zurück zu Punkt 2.
  16. Skizzieren Sie nochmals Ihr Gesprächsziel und gehen Sie dann auf das Problem ein.
  17. Bleiben Sie beim Gespräch bei sich und Ihrer Wahrnehmung – treffen Sie keine „Diagnosen“ über innere Befindlichkeiten und Motivationen der anderen.
  18. Fragen Sie nach, wie ihre GesprächspartnerInnen die Situation erleben, deuten und bewerten.
  19. Gehen Sie im Gespräch erst dann weiter, wenn Sie das Gefühl haben, dass die Beteiligten (auch Sie) die Positionen der Anderen verstanden haben – bis jetzt ging es nicht um Schuld, vielleicht können wir diese auch aus dem weiteren Gespräch heraushalten – es könnte das Finden einer gemeinsamen Lösung vereinfachen.
  20. Skizzieren Sie nochmals die Stärken der Beteiligten. Hier können Sie nun auch „positive Unterstellungen“ einfließen lassen; das meint, dass sie Aussagen wie :
    „Durch ihr Kommen bestätigen Sie mein Bild von Ihnen, dass Sie ein hohes Interesse an der Unterstützung ihres Kindes in seiner schulischen Situation haben!“
    „Ich freue mich, dass ich Sie als Partnerin für die Unterstützung Ihres Kindes gewinnen konnte!“,
    „Ich vermute, dass sie, weil sie ……, ihr Kind und mich gut unterstützen können, indem sie …..“
    Die wenigsten von uns weisen eine positive Unterstellung von sich – klingt das über mich Gesprochene richtig, fühlt es sich „gut“ an, so beginnen sich viele in die ihnen zugeschriebene Haltung zu entwickeln.
    Wichtig dabei, Sie, die diese Botschaften senden, müssen selbst daran glauben!
  21. Nun Formulieren Sie ihr Ziel für die Situation – helfen sie Ihren GesprächspartnerInnen, indem sie dabei Ihre Motivation klarlegen, aber auch den Vorteil den Sie dadurch für die anderen sehen.
  22. Entwickeln sie aus einem „persönlichen“ Ziel ein Gemeinsames:
    Vergewissern Sie sich durch Nachfragen, dass ihre Botschaft/ihr Angebot richtig verstanden wurde,
    Fragen Sie Ihre GesprächspartnerInnen nach deren Zielen,
    Wenn möglich, formulieren Sie aus den Inhalten ein gemeinsames Ziel (dieses sollte möglichst einfach und überprüfbar formuliert werden).
    Falls die Ziele sich widersprechen, nehmen Sie sich Zeit dies zu Bearbeiten. Möglicherweise sind noch andere Beteiligte erforderlich, möglicherweise muss der individuelle Auftrag geklärt werden, manchmal hilft es auch, ein Gespräch zu unterbrechen und sich nach einer Denkphase wieder zu treffen.
  23. Wurde ein gemeinsames Ziel gefunden, so können nun die unterschiedlichen Aufgaben und Verantwortungen verteilt, bzw. geklärt werden.
    Wer übernimmt was?
    Wer erwartet von wem was?
    Wer wünscht sich von wem was?
    Klärung der notwendigen Ressourcen,
    Einbeziehung weiterer Verbündeter/Unterstützer.
  24. Verschriftlichte Zusammenfassung der Gesprächsergebnisse mit viel Lob für alle Beteiligten:
    Eine stichwortartige Zusammenfassung (Vertrag) kann als Gedächtnisstütze und Orientierungshilfe für alle Beteiligten dienen. Für Sie ist diese auch ein wichtiges Informationsmedium zur etwaigen Weitergabe /Information an die Schulleitung.
    Sollten Sie im Gespräch hier angelangt sein, so können Sie und alle Beteiligten mit vollem Recht auf sich stolz sein – formulieren Sie die Leistung, die hier erbracht wurde für die Gesprächsrunde.
  25. Vereinbarung eines Zeitrahmens:
    Vereinbaren Sie mit Ihren GesprächspartnerInnen einen verbindlichen Folgetermin: Dieser sollte auf jeden Fall stattfinden, und nicht nur dann, falls die Vereinbarungen nicht greifen, keinen Erfolg zeigen.
    Die Frage: „Woran werden wir merken, dass wir erfolgreich sind?“ hilft, den Erfolg an konkreten angestrebten Veränderungen fest zu machen.
    Setzen Sie sich dabei konkrete und erreichbare (angemessener Zeit- und Entwicklungsrahmen) Ziele, die in kleinen Schritten erreichbar sind.
  26. Bieten Sie sich anschließend (weiterhin) als Verbündete an: Sollten Ihre Partner bei der Umsetzung Unterstützung benötigen, so werden Sie ihnen (entweder informierend, weiterleitend, beratend oder konkret unterstützend) zur Verfügung stehen.
  27. Bedanken Sie sich für das Gespräch und loben Sie nochmals die Rolle, die ihre GesprächspartnerInnen dabei hatten und drücken Sie dabei auch die Wertschätzung gegenüber deren Kind aus.


Wenn Sie sich derart auf ein Gespräch vorbereiten (vor allem im Denken) sollte sich ein positives Gefühl der Vorfreude einstellen – haben Sie dieses, so wird vieles von dem hier Skizzierten wie „von selbst laufen“ und es wird sich (unter den Schülern und Eltern) herumsprechen, wie Sie Ihre Gespräch führen. Umso geringer der Druck, mit dem Menschen in ein Gespräch gehen, desto höher die Chance, dass „gute“ und kreative Lösungen gefunden werden, mit denen man/frau nicht nur leben kann, sondern die motivierend und entwicklungsfördernd sind.

© Franz Babka, Dipl. Lebens- und Sexualberater

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